© Bayreuther Festspiele, Walküre, Enrcio Nawrath 2019

Walk of Wagner

Der Walk of Wagner wurde anlässlich des 200. Geburtstags  Richard Wagners von der BMTG (Bayreuth Marketing & Tourismus GmbH) als Spaziergang durch Bayreuth  konzipiert.
Tribschen
Auf Tribschen legt und webt es sich weiter wie Sie wissen, ein Durcheinander von Genie-Schaffen Kinder-Gewirr, Leute lärmende Behäbigkeit Thier-ergötzen etc.
Im April 1866 entdecken Wagner und Cosima nach Monaten der Reise Tribschen, eine Halbinsel am Rand von Luzern. Mit Cosima und den Kindern fand Wagner hier erstmals festen Halt und familiäre Erfüllung, die finanzielle Unterstützung Ludwigs II. ermöglichte ihm ein Leben in Wohlstand und produktives Arbeiten.
König Ludwig II. erscheint überraschend zu Wagners Geburtstag 1866, doch das Verhältnis bröckelt: Nachdem Ludwig II. im Juni 1866 eine von Wagner verfasste öffentliche Erklärung an Bülow unterzeichnet, die Cosima und Wagner gegen den Vorwurf einer Affäre in Schutz nimmt, ist der König bloßgestellt als die Wahrheit ans Licht kommt. Neben einer Serie politischer Artikel Wagners und künstlerischen Differenzen – Ludwig II. lässt gegen Wagners Willen, der den Ring als Gesamtwerk aufgeführt wissen möchte, Rheingold und Walküre im September 1869 und Juli 1870 uraufführen – ist das einer der Hauptgründe für das Zerwürfnis Wagners und Ludwigs.


Ein Ort der relativen Ruhe und des zweifachen Etagenglücks: die Villa in Tribschen

Im Februar 1867 wird Cosimas und Richards zweites Kind, Eva, geboren. Im Oktober lernt er auf einer Dresden-Reise Friedrich Nietzsche kennen, der daraufhin oft auf Tribschen zu Gast ist. Wagner verfasst hier zahlreiche theoretische Schriften und diktiert große Teile seiner Autobiographie Mein Leben. Im Herbst 1867 vollendet er die Partitur von Die Meistersinger von Nürnberg, deren Uraufführung im Juni 1868 in München ein triumphaler Erfolg wird. 1869 wird der Sohn und Stammhalter Siegfried geboren, Cosima bewegt Hans von Bülow zur Einwilligung in die Scheidung, die im Juli 1870 erfolgt. Einen Monat später heiraten Wagner und Cosima in der Matthäuskirche in Luzern.


Hier wurde der Tristan vollendet: in Luzern, mit Blick auf den Pilatus

Im selben Jahr erfährt Wagner zum ersten Mal vom Markgräflichen Opernhaus in Bayreuth, entwickelt erste Ideen zu Festspielen dort und beginnt mit der Komposition der Götterdämmerung. Im Februar 1871 ist Siegfried vollendet. Im April 1872, kurz nachdem die Kompositionsskizze zu Götterdämmerung abgeschlossen ist, verlassen Wagners Tribschen, um sich in Bayreuth niederzulassen.

Texte von Antonia Goldhammer und Frank Piontek