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News des Präsidiums

30.09.2022
Rückblick auf die Bayreuther Festspiele 2022
Bericht von Präsidenten RWVI, Rainer Fineske, über den Festspielsommer in Bayreuth 2022.
Bericht von Präsidenten Rainer Fineske.

Die Bayreuther Festspiele 2022 sind am 01. September mit zwei Abschlusskonzerten unter dem Dirigat von Andris Nelsons zu Ende gegangen. Eine diesjährige Festspielzeit, die immer noch unter Corona Belastungen stand und trotzdem nicht nur den „Ring des Nibelungen“ als Neuproduktion mit dem Regisseur Valentin Schwarz herausbrachte, sondern gleichzeitig für den Fall aller Fälle noch eine „Tristan und Isolde“ Produktion auf die Beine stellte. Der Tristan diente zur Sicherheit, falls es Corona bedingte Ausfälle für den Chor geben sollte, den man auch ohne live Auftritt einspielen könnte und der auch in der Produktion nicht sichtbar war.

Am 23.07.22 wurde die Sonderausstellung im Wahnfried-Museum unter dem Titel „Volkswagner“ eröffnet, mit einer Vernissage im abendlichen Wahnfried Park, die auch Gelegenheit bot, nicht nur die Sonderausstellung zu besichtigen, sondern sich auch untereinander über die bevorstehenden Festspiele auszutauschen.

Hier ein kleiner Hinweis zur Ausstellung!
Was haben der Film „Django Unchained“, Heavy-Metal-Musik und französischer Schmelzkäse mit Richard Wagner gemeinsam? Dieser Frage geht das Richard Wagner Museum in der Sonderausstellung „VolksWagner. Popularisierung – Aneignung – Kitsch“ (23. Juli bis 3. Oktober 2022) nach und zeigt das ambivalente Spannungsfeld, in dem Richard Wagner und sein Vermächtnis sich zwischen Hoch- und Populärkultur in Geschichte und Gegenwart bewegen. (Text der offiziellen Wahnfried Website entnommen).

 Pünktlich am 25.07.2022 wurden die Festspiele mit viel erwarteter Prominenz und der Premiere „Tristan und Isolde“ eröffnet. Die Inszenierung, das Orchester und die sängerische Besetzung fanden beim Publikum einhellige positive Aufnahme mit großem Beifall. Etwas, das heutzutage durchaus nicht mehr selbstverständlich ist. Offensichtlich hatte der Regisseur Roland Schwab mit seinem Team den richtigen Nerv beim Publikum getroffen.

Die zweite Premiere startete erst am 31.07.2022 mit dem „Ring des Nibelungen“ in der Regie von Valentin Schwarz, der sich offensichtlich in den nächsten Jahren noch wesentlich weiter entwickeln muss (getreu dem Motto: Werkstatt Bayreuth). 

Wegen der Baumaßnahmen konnten die Festspiele zwischen dem 26.07. und 30.07. keine Vorstellungen im Festspielhaus veranstalten. Daher fand an diesen Tagen der Diskurs Bayreuth in der Kulturbühne Reichshof mit Dagmar Manzel und Sylvester Groth und ein Open Air Konzert im Festspielpark, mit freiem Eintritt statt.

Auch die mittlerweile Kultstatus erreichte „Tannhäuser“ Produktion des Regisseurs Tobias Kratzer mit seinem Team erlebte wieder umjubelte Abende. Der „Lohengrin“ als eine Art Gegenentwurf, erlebte ebenfalls umjubelte Aufführungen mit dem Regisseur Juval Sharon und dem Künstler-Team Rosa Loy/Neo Rauch. Beide Produktionen sind am Hügel, jede für sich, von außergewöhnlicher Qualität und eindeutig steht fest, auch für das Publikum deutlich zu spüren, der Gedanke der „Werkstatt Bayreuth“ steht hier überzeugend im Vordergrund.

 Tobias Kratzer und Valentin Schwarz sind zwei junge Regisseure, die zu verschiedenen Zeiten den ersten Preis beim Regiewettbewerb in Graz, dem einzigen auf der Welt, dem „Ring Award“ des Intendanten Heinz Weyringer, gewonnen hatten.  

Vom 18.08.-21.08.2022 begrüßten wir die jährlichen Bayreuth-Stipendiaten der internationalen Richard-Wagner-Verbände in Bayreuth. Sie besuchten drei Aufführungen im Festspielhaus, u.a. „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg sowie „Lohengrin“ und „Der Fliegende Holländer“. Es erwartete sie auch ein umfangreiches Rahmenprogramm, mit Empfang und Begrüßung im Richard-Wagner-Museum Wahnfried und dem Empfang beim Oberbürgermeister der Stadt Bayreuth, Herrn Thomas Ebersberger, und vieles mehr.

 In diesem Jahr durften die Bayreuther Festspiele wieder zu 100 Prozent ihre Tickets mit einer kleinen Einschränkung verkaufen, denn die linke Seite der Zugänge für Balkon und Galerie blieben gesperrt wegen der Baufälligkeit des Zuganges über das Turmtreppenhaus. Was den kleinen Vorteil hatte, dass zwar gut 150 Plätze nicht verkauft werden konnten, die Besucher aber bei der Hitze in diesem Jahr etwas mehr Luft im Auditorium, bei teilweise über 35 Grad Außentemperatur, verspüren konnten. Wir sind den Festspielen dafür dankbar, dass sie trotz der ca. 120 Corona Fälle im Haus, am stärksten hatte es den Ringdirigenten Pietari Inkinen getroffen, er fiel komplett aus, reibungslos spielen konnten. Für ihn sprang Lobenswerter Weise Cornelius Meister, der ehemalige Stipendiat des RWV Hannover ein und rettete alle Vorstellungen des Ring des Nibelungen. Nach einer zweijährigen Pause konnten wir wieder einen Empfang für die Vorsitzenden, Präsidenten, Präsidentinnen und Begleiter der Stipendiaten unserer internationalen Richard-Wagner-Verbände auf dem Balkon des Festspielhauses ausrichten, an dem 68 Gäste teilnahmen. Begrüßt wurden wir u.a. von der Festspielleiterin Frau Prof. Katharina Wagner, dem Kaufmännischen Direktor Herrn Ulrich Jagels und dem Präsidenten des RWVI Rainer Fineske. Unser herzlicher Dank gilt der Festspielleitung, die unseren Empfang in diesem Jahr wieder ermöglicht hatte.

Rainer Fineske